Information für

 

HARTZ IV Empfänger

 

Sehr geehrte Interessenten,

 

HARTZ IV Empfänger haben oftmals große Probleme eine neue Wohnung zu bekommen, da sie, was die Wohnungssuche anbetrifft, teilweise behördlich entmündigt werden und nicht selbst entscheiden dürfen.

Sie benötigen immer die Zustimmung der ARGE für einen Umzug in eine neue Wohnung. Dies ist oftmals mit diversen Wegen und viel Zeitaufwand verbunden und genau da liegt das Problem.

Es vergeht oftmals viel zu viel Wege- und Bearbeitungszeit bis ein HARTZ IV – Empfänger die Zustimmung der ARGE für die Anmietung einer Wohnung erhält. In vielen Fällen ist die Wohnung, wenn der HARTZ IV Empfänger die Zustimmung endlich in Händen hält, bereits an andere Mietinteressenten vergeben.

 

Das Problem ist also nicht das eine Person HARTZ  IV Leistungen erhält, sondern die zeitaufwendigen Beantragungswege bei der ARGE für einen Umzug. Daher scheuen viele Vermieter  die Berücksichtigung von HARTZ  IV Empfängern bei der Auswahl der Interessenten, weil es ihnen einfach zu lange dauert, bis eine verbindliche Entscheidung vorliegt, insbesondere, wenn mit dem Wohnungswechsel auch ein Orts- oder Gemeindewechsel und somit ein Wechsel der zuständigen ARGE – Geschäftsstelle verbunden ist.

 

Hier ein Beispiel für einen „normalen“ ARGE-Ablauf für einen Umzug von Hamburg – Neuenfelde nach Jork, Landkreis Stade. Entfernung ca. 5 Kilometer.

 

  • Der Interessent besichtigt die Wohnung.
  • Der Interessent  bewirbt sich um die Wohnung.
  • Der Interessent kommt als Mieter in Betracht.

 

- Andere Interessenten könnten jetzt bereits den Mietvertrag unterzeichnen -

 

  1. Der HARTZ  IV Empfänger benötigt jetzt einen Anmietungsschein vom Makler oder Vermieter.
  2. Der Interessent legt diesen bei seiner für ihn derzeit zuständigen ARGE Geschäftsstelle vor, also in Hamburg.
  3. Die ARGE Hamburg schickt den Interessenten nun zu der für Jork zuständigen ARGE - Geschäftsstelle nach Buxtehude. Hier muss sich der Interessent bestätigen lassen, dass die Miete im Rahmen der von der ARGE Buxtehude übernommen Miethöhe und Größe liegt. (Anmerkung: Warum ruft der Sachbearbeiter aus Hamburg nicht einfach, auf dem kurzen Dienstweg bei seinen Kollegen in Buxtehude an und fragt selbst nach ? Dies wäre Dienst am Kunden)
  4. Mit dieser Bestätigung muss der HARTZ  IV Empfänger, wenn er sie bekommt,  jetzt wieder zur ARGE nach Hamburg. Bekommt er sie nicht, z.B. weil die Wohnung 2 qm zu groß, oder 10 € zu teuer ist, war der ganze Zeit- und Wegeaufwand bis jetzt umsonst.
  5. Die ARGE Hamburg stellt jetzt eine Umzugsgenehmigung aus.
  6. Mit dieser Umzugsgenehmigung muss der HARTZ  IV Empfänger jetzt wieder zur ARGE nach Buxtehude.
  7. Hier stellt er jetzt einen komplett neuen HARTZ  IV Antrag, unter Beifügung aller dafür erforderlichen Unterlagen.
  8. Jetzt erfolgt die abschließende Prüfung ob die Wohnung angemietet werden darf und wenn ja, wird jetzt eine Kostenübernahmeerklärung von der ARGE ausgestellt.
  9. Mit der Kostenübernahmeerklärung geht der HARTZ  IV Empfänger nun zum Makler oder zum Vermieter und kann jetzt den Mietvertrag unterschreiben.
  10. Mit dem unterschriebenen Mietvertrag muss der HARTZ  IV Empfänger jetzt erneut zur ARGE Buxtehude und ihn dort vorlegen. Erst jetzt werden die zugesagten Gelder, wie z.B. Mietkaution und Umzugsbeihilfe, von der ARGE angewiesen.

 

Man darf dabei nicht vergessen, dass der HARTZ  IV Empfänger natürlich nicht einfach zur ARGE hinfahren kann wie er will, sondern er muss sich für jeden Besuch einen Termin holen und bekommt Bescheide manchmal auch nicht gleich mit, sondern per Post zugesandt.

 

Hier geht es nur um einen Umzug von 5 Kilometern kurz über die Bundeslandgrenze. Richtig zeitaufwendig wird es, wenn zwischen dem jetzigen Wohnort und der Wohnung für welche man sich interessiert weit größere Entfernungen liegen, z.B. bei einem Umzug von Berlin nach Jork.

 

Wir lassen hier jetzt mal ganz außer Acht, dass erst nach der Zustimmung der ARGE zu einem Umzug die jetzige Wohnung fristgerecht gekündigt werden kann. Durch den erheblichen Zeit- und Wegeaufwand bis zur Zustimmung der ARGE aber soviel Zeit vergeht, dass die alte Wohnung nicht mehr rechtzeitig gekündigt werden kann. Dass Kündigungsdatum der jetzigen Wohnung und der Mietbeginn für die neue Wohnung passen nicht mehr nahtlos zusammen. Die ARGE zahlt aber nicht für 2 Wohnungen die Miete und daher kann es passieren, dass der Vermieter der neuen Wohnung seine Zusage zurück zieht, weil er sonst Mietausfall hat.

 

Selbst wenn jetzt die Kostenübernahmeerklärung der ARGE vorliegt stellt sich oftmals ein weiteres Problem. Obwohl im SGB II Gesetz steht, dass zu den Anmietungskosten einer Wohnung auch die Maklercourtage gehört, können die einzelnen ARGE Geschäftstellen die Entscheidung treffen, dass Maklercourtagen nicht übernommen werden. Dies wird dann auf dem Argument abgestützt, dass ein ausreichend großes Wohnungsangebot direkt von privaten Vermietern am Markt vorhanden ist. Für den Landkreis Stade liegt so eine Entscheidung vor. Maklercourtagen werden hier von der ARGE nicht übernommen. Ähnlich ist es in Hamburg.

 

HARTZ IV Empfänger sollten sich daher gründlich vorbereiten, wenn sie sich mit dem Gedanken tragen umziehen zu wollen, oder umziehen müssen. Denn eine gründliche Vorbereitung erspart Ihnen Zeit und unnötige Wege bei der Einholung der Zustimmung zur Wohnungsanmietung bei der ARGE.

 

  • Klären Sie mit Ihrer derzeit zuständigen ARGE Geschäftstelle grundsätzlich erst einmal ab, ob Sie überhaupt einem Umzug zustimmen würde. Die ARGE könnte ja auch Nein sagen.
  • Informieren Sie sich telefonisch bei den ARGE Geschäftstellen, der für Sie in Frage kommenden Wohnorte, wir groß eine Wohnung für Sie sein darf, bis zu welcher Höhe die Kaltmiete übernommen wird und wie hoch die Betriebs- und Heizkosten maximal sein dürfen. Hier gibt es von Gemeinde zu Gemeinde ganz erhebliche Unterschiede.
  • Klären Sie im Vorwege mit der ARGE ab, ob und in welcher Höhe die ARGE für Sie die Mietkaution (Mietsicherheit) übernimmt und ob Ihnen diese als ARGE – Leistung, oder nur als Darlehn gewährt werden würde.

Tipp lassen Sie sich soviel wie möglich bereits im Vorwege von der ARGE schriftlich bestätigen.

  • Klären Sie, wenn Sie auch über Makler eine Wohnung suchen wollen, wie Sie die Maklercourtage, in der Regel 2,38 Nettokaltmieten inkl. Mwst, bezahlen können. Diese ist in der Regel zahlbar bei Unterzeichnung des Mietvertrages und zwar in einer Summe. Wenn Sie nicht wissen wie Sie eine Maklercourtage bezahlen sollen, dann verzichten Sie gleich darauf sich an Makler zu wenden und konzentrieren Sie sich auf Angebote von Privat und evtl. von Hausverwaltungen.

 

Erst jetzt haben Sie alle erforderlichen Informationen um gezielt nach einer Wohnung suchen zu können, welche von der Lage, von der Größe und vom Preis her in die ARGE Vorgaben passt.

 

Wenn Sie jetzt eine passende Wohnung finden, dann müssen Sie zwar auch noch die selben Wege gehen wie zuvor beschrieben, aber da Sie sich bereits vieles haben schriftlich bestätigen lassen geht alles schneller und vor allem wissen Sie dass die Wohnung den ARGE Vorgaben entspricht und Sie somit nicht auf halben Weg ausgebremst werden.

 

Jetzt denken Sie bitte noch einmal kurz darüber nach welche Schritte und Klärungen Sie bereits getätigt haben, bevor Sie sich für ein Wohnungsangebot von uns interessiert haben.